Canine Gastrointestinale Tumore

Tumore des Magen-Darmtraktes haben mit bis zu 10% aller aufgefundenen Neubildungen bei Hunden einen erheblichen Anteil an der Gesamterkrankungszahl. Dabei tritt die Mehrzahl (über 90%) im Bereich des Dünn- und Dickdarmes auf. Die (Primär)tumoren des Gastrointestinaltraktes können zur Metastasierung, besonders in die Leber und die regionären Lymphknoten führen.

Magentumore

Im Gegensatz zur Humanmedizin treten Magentumore beim Hund relativ selten auf. Das Adenokarzinom ist dabei am häufigsten (in ca. 50-70% der Gesamtzahl) anzutreffen. Eine Rassedisposition wird für Belgische Schäferhund, Bouvier des Flandres, Collie, Chow-Chow, Eurasier und Staffordshire Terrier beschrieben, männliche Hunde sind zweieinhalb Mal stärker betroffen als weibliche Tiere. Betroffen sind meist Tiere in höherem Alter (Median 10 Jahre). Die Adenokarzinome finden sich überwiegend an der kleinen Magen-Kurvatur und im Bereich des Antrum pyloricum. Bei etwa drei Viertel der Adenokarzinome wird eine Metastasierung in abdominale Organe und die Lunge gefunden.

Der zweithäufigste Magentumor ist das maligne Lymphom. Nur geringe Bedeutung haben Leiomyosarkome mit etwa 4% Häufigkeit. Selten finden sich auch GIST (gastrointestinale Struma-Tumoren) im Magen-Darm-Trakt.

Gutartige Tumoren (Leiomyome) des Magens kommen erst bei Tieren in sehr hohem Alter vor (Median 16 Jahre).

Die Behandlung von Magentumoren erfolgt durch die großflächige Entfernung des Tumorgewebes. Beim malignen Lymphom sind als Therapie der Wahl verschiedene Chemotherapieprotokolle im Einsatz.

Immunologische Behandlung von Magentumoren

Um eine gezielte immunologische Behandlung von malignen Magentumoren zu ermöglichen, empfehlen wir bereits bei der Operation Tumorgewebe in Kochsalzlösung zu verbringen und tiefgefroren aufzubewahren. Nach der pathohistologischen Untersuchung und Wertung der Diagnose kann dann gezielt eine Therapie mit dendritischen Zellen begonnen werden mit dem Ziel eine Metastasierung des Primärtumors einzugrenzen.

Darmtumore

Auch die an Tumoren des Darmes erkrankten Hunde sind durchschnittlich etwa 9 bis 10 Jahre alt. Über eine Rassendisposition für Darmtumoren wird nicht berichtet. Adenokarzinome des Dickdarms werden öfter bei männlichen Tieren beobachtet, eine sonstige Geschlechtsdisposition ist nicht bekannt.

Der häufigste Tumorform des Dünndarmes ist das intestinale Lymphom, das durch eine diffuse Form oder aber fokale Veränderungen (plaque-ähnlich oder als noduläre Masse auftretend) gekennzeichnet ist. Es sind die klinischen Folgen der Malabsorption von Nährstoffen und das Protein Loosing Syndrom zu beobachten.

Adenokarzinome sind dagegen häufiger im Dickdarm aufzufinden, Leiomyosarkome finden sich im Bereich des Jejunums und Zäkums. Weiterhin gibt es seltener auftretende Tumoren, besonders im Dünndarmbereich: extramedulläre Plasmozytome, Fibrosarkome, Mastzelltumoren, histiozytäre Sarkome, Hämangiosarkome und GIST.

Die Therapie von Darmtumoren – außer bei malignen Lymphomen - wird ebenfalls durch die umfassende chirurgische Resektion der betroffenen Darmanteile bestimmt. Die Grundlagen der onkologischen Chirurgie sollten dabei angewendet werden – Sicherheitsabstand der Exzisionsränder, OP-Besteck- und Handschuhwechsel, Bioptate von verdächtigen Geweben und vorsichtiges Gewebehandling.

Immunologische Behandlung von Darmtumoren

Wie bei der immunologischen Behandlung von malignen Magentumoren gilt es insgesamt bei gastroinstinalen Tumoren bereits bei der Operation Tumorgewebe in sterile Kochsalzlösung einzulegen und tiefgefroren aufzubewahren. Nach der pathohistologischen Untersuchung kann dann gezielt eine Therapie mit dendritischen Zellen begonnen werden mit dem Ziel eine Rezidivierung und Metastasierung des Primärtumors bestmöglich zu verhindern.

Quelle:

Von Babo V, Höinghaus R, Bühler V, Schröder H, Eberle N (2015) Magen-Darm-Tumoren beim Hund, Der Praktische Tierarzt 96/8 , 760-769