Fieber durch Krankheitserreger als zusätzliche Möglichkeit der Tumorbekämpfung

Es gibt die verschiedensten Berichte, dass eine gleichzeitige Wundinfektion oder auch schwere Infektionskrankheit Tumorerkrankungen eindämmen kann.

Schon in den 1900er Jahren hatte der amerikanische Arzt Dr. Willaim Coley diesen Mechanismus in seinem Krankenhaus erkannt und dann gezielt Bakterienstämme bei seinen Tumorpatienten zur Behandlung eingesetzt. Er konnte erstaunliche (Spontan-) Heilungen bei seinen Patienten beobachten. Viele Generationen von Ärzten und Tierärzten haben darauf aufbauend die Selbstheilungsfähigkeiten des Organismus genutzt.

Der Grundgedanke immer wieder neu genutzt

In klinischen Berichten und Studien wird dabei auch in neuerer Zeit vom Einsatz unterschiedlicher Krankheitserreger oder Teilen (z.B. Zellwandbestandteilen) dieser Erreger bei tumorerkrankten Tieren berichtet. Der neueste Ansatz ist dabei die Entwicklung eines Salmonellenstammes durch eine Forschungsgruppe um Prof. Siegfried Weiß vom Institut für Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Diese nur schwach krankheitserregenden Salmonellen bringen aber gleichzeitig das Immunsystem tumorkranker Mäuse dazu, erfolgreich den Tumor zu bekämpfen.

Das Konzept der Firma NovaVive aus Kanada setzt dagegen auf den Einsatz von Präparaten mit Bruchstücken von Zellwänden von Mycobakterien, um eine gute Wirkung bei Tumorpatienten in der Veterinärmedizin (besonders Hunden und Pferden) zu erzielen. Diese Therapie ist aber in Europa (noch) nicht erhältlich.

Die Strategie all dieser Behandlungsprotokolle ist es, durch den Einsatz von Krankheitserregern das nicht mehr gegen den Tumor agierende Immunsystem neu zu programmieren und damit dem Körper die Möglichkeit zu geben, den Krebs wieder erfolgreich zu attackieren.