Gewinnung von Stammzellen bei Hunden mit Hilfe der Apharese

Eine japanische Forschergruppe der School of Veterinary Medicine in Sapporo berichtet in einer aktuellen Veröffentlichung über ihre Ergebnisse bei der Gewinnung von Stammzellen bei Hunden durch eine Apharese (Blutwäsche):

Die Forscher nutzten unterschiedliche Behandlungsprotokolle bzw. Stimulierungsprotokolle, um sogenannte hämatopoetische Stammzellen bei gesunden Hunden zu gewinnen. Dabei erzielten alle drei eingesetzten Protokolle gute Ergebnisse, was die Ausbeute und Güte der gefundenen Stammzellen betrifft. Alle Hunde vertrugen die durchgeführte Apharese problemlos und zeigten nur minimale nachteilige Wirkungen. Insgesamt wurden bei den Tieren 270 ml Blut je kg Körpergewicht in der Apharese gespült.

Ziel der Untersuchungen ist es eine der Stammzellbehandlung beim Menschen ähnelnde Behandlungsmöglichkeit für Hunde zu erreichen, die an (bösartigen) Veränderungen der Blutbildung und von Blutkörperchen leiden. Hauptsächlich muss dabei an Hunde gedacht werden, die an Lymphomen oder Leukämien leiden und bei denen die sonst eingesetzten Behandlungsmethoden versagt haben. Allerdings ist das zur Apharese (Blutwäsche) eingesetzte Verfahren - bei diesem Versuch Spectra Optia - sicher in der Tiermedizin nicht so einfach zu nutzen und einzuführen wie in der Humanmedizin. Dies aufgrund der aufwendigen Technik, aber auch aufgrund der notwendigen zeitaufwendigen Stammzellgewinnung.

Quelle:
Kim et. al (2019): Comparison of three mobilization protocols for peripheral blood stem cell apheresis with Spectra Optia continuous mononuclear cell protocol in healthy dogs, Vet Comp Oncol 17:61-68