Chemotherapie bei Hunden

Die Chemotherapie ist in der Human- und in der Veterinärmedizin weit verbreitet, wenn es um die Behandlungen von (bösartigen) Tumoren geht. Eine Chemotherapie bei Hunden, kurz auch Chemo genannt, kann einzeln als auch in Verbindung mit anderen Behandlungen durchgeführt werden. Je nach Tumorart wird sie zum Beispiel häufig anschließend an eine Operation durchgeführt.

Die Chemotherapie ist nicht vollends vergleichbar mit der bei Menschen.

Wir haben Ihnen folgend Informationen zu der Chemotherapie bei Hunden zusammengestellt.

Behandlung

Die Therapie kann entweder über die Vene (Infusion) oder durch eine Tablette erfolgen. Das Spritzen der Chemotherapeutika ist seltener. Abhängig von der Art der Krebserkrankung wird genau bestimmt, welche Medikamente und welche Durchführungsformen zum Einsatz kommen.

Die Behandlung findet meistens in mehreren Zyklen bei Ihrem Tier statt und wird von einem Spezialisten, in der Regel in einer Tierklinik durchgeführt. Eine Behandlung bei Ihrem Tierarzt ist normalerweise nicht möglich (es sei denn, dieser ist in diesem Bereich spezialisiert). Die Fahrten zu dem Spezialisten und die dortige Therapie können Ihren Liebling noch stärker belasten und sich negativ auf den Allgemeinzustand auswirken.

Heilung

Die Erfolgsaussichten einer Chemotherapie lassen sich pauschal nicht bestimmen. Unterschiedliche Faktoren wie zum Beispiel die Tumorart, der Fortschritt der Krankheit, das Alter Ihres Vierbeiners und mehr wirken mit. Eine vollständige Heilung ist in der Regel nicht möglich. Ziel der Chemotherapie ist die Erhöhung der Lebensdauer unter der bestmöglichen Erhaltung der Lebensqualität des Patienten.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Hunden unterscheiden sich im Vergleich zu denen bei Menschen. Diese sind meist nicht so stark ausgeprägt wie bei Menschen. Das betrifft allerdings die Häufigkeit. Auch bei Hunden kann es zu Erbrechen, Durchfall oder zu einer Verschlechterung des allgemeinen Zustandes kommen. Haarausfall ist ebenfalls eine mögliche Folge der Chemotherapie bei Hunden. Des Weiteren zeigt eine aktuelle Studie, dass Herzerkrankungen bei Hunden nach einer Chemotherapie auftreten können. Das betrifft etwa 4 % bis 15 % der Hunde, bei denen eine Chemotherapie durchgeführt wurde. Davon sind manche Rassen stärker betroffen.

Auch der Austritt von Blut oder Lymphflüssigkeit aus einem Gefäß und die anschließende Verteilung im Gewebe ist nicht ungewöhnlich. Im schlimmsten Fall wird das Gewebe dadurch so stark beschädigt, dass es anschließend entfernt werden muss.

Durch jede Nebenwirkung kann die Lebensqualität Ihres Hundes beeinträchtigt werden.

Kosten

Die Kosten für eine Chemotherapie bei Hunden variieren. Dabei spielen beispielsweise die Dauer der Therapie und die Größe Ihres Vierbeiners eine Rolle.

Je nach Ausprägung und Stärke der Nebenwirkungen kommen außerdem noch zusätzliche Kosten für die Medikamente hinzu, die Ihrem Hund zur Linderung verabreicht werden.

Kostenübernahme

Es gibt einige Krankenkassen, die die Kosten für die Chemotherapie bei Hunden übernehmen. Wichtig dabei ist, dass eine entsprechende Versicherung, welche die chemotherapeutische Behandlung einschließt, rechtzeitig und vor der Erkrankung abgeschlossen wurde. Ist dies nicht der Fall, müssen die Kosten von dem Tierbesitzer getragen werden.

Die Kosten für die Fahrten zu den Tierkliniken, in denen die Therapie durchgeführt wird, werden in der Regel nicht übernommen.

Auswirkungen auf Ihr Umfeld

Die Chemotherapie setzt bei den Tieren Giftstoffe, so genannte Chemotherapeutika im Rahmen der Behandlung ein. Diese aggressiven Stoffe sorgen für die Zerstörung der Tumorzellen. Die Stoffe können allerdings bösartige Zellen nicht von gutartigen unterscheiden. So werden auch gesunde Zellen angegriffen. Durch Ausscheidungen wie etwa Kot, Urin oder Erbrochenes können die wiederum krebserregenden Giftstoffe in Ihr Umfeld gelangen. Vor allem der Kontakt der behandelten Hunde zu Kindern und Schwangeren sollte in dieser Zeit unterbunden werden. Bei der Berührung von Urin und Kot sollten außerdem unbedingt Handschuhe getragen werden. Teilweise werden einige Chemotherapeutika auch zuhause verabreicht. Diese sind dann in Tablettenform und sollten ebenfalls ausschließlich mit Handschuhen angefasst werden.

Darüber hinaus ist eine Chemotherapie bei Hunden meist auch mit einem höheren Zeitaufwand verbunden. Da die Chemo nicht vom Tierarzt, sondern nur von Spezialisten durchgeführt werden kann, ist teilweise mit langen Fahrten zu Spezialkliniken zu rechnen.

Alternative zur Chemo

Alternativ zur Chemotherapie oder nach einer Chemotherapie kann die dendritische Zelltherapie bei Krebs eingesetzt werden. Unsere schonende Behandlungsmethode stärkt das Immunsystem Ihres Vierbeiners und baut den Körper mit körpereigenen Zellen wieder auf. Giftstoffe werden dabei nicht verwendet, die Nebenwirkungen sind relativ gering. Es kann zu einer erhöhten Temperatur und einer leichten Abgeschlagenheit nach der Behandlung kommen - was aber durchaus positive Nebenwirkungen sind, da diese für eine Aktivität des Immunsystems sprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor nach der Therapie wieder auftritt, soll reduziert werden.

Des Weiteren wird Ihr Hund keinem zusätzlichen Stress ausgesetzt - die dendritische Zelltherapie kann im Gegensatz zur Chemo von Ihrem Haustierarzt durchgeführt werden.