Ernährung des krebskranken Tieres

Uns erreichen viele Anfragen zum Thema Ernährung und Zusammensetzung des Futters bei an Tumor erkrankten Tieren. Eine Tumorerkrankung zerrt an den Reserven des (Tier-)Körpers, deshalb ist eine Beschäftigung mit dem Thema Ernährung äußerst wichtig im Gesundungsprozess.
Im Folgenden möchten wir Ihnen dazu kurz einige Hinweise geben, die Sie mit Ihrem behandelnden Haustierarzt besprechen sollten. Außerdem zeigen wir Ihnen wichtige Informationen zu dem Darm der Tiere auf, da dieser bei der Gesundheit eine wichtige Rolle spielt.

Bitte beachten Sie auch, dass es wichtig ist neben einem geänderten Speiseplan auch die zugrunde liegende Tumorerkrankung und das erkrankte Organ richtig zu versorgen. Immer geht Lebensqualität und Appetit des Tieres für eine bestimmte Fütterung vor einer strikten Einhaltung von Diätregeln. Die Lebensfreude muss für alle Beteiligten erhalten bleiben. So ist es wichtig zu handeln, wenn das Tier nicht genügend Appetit hat. Maßnahmen sind dann die Zwangsfütterung mit hochkalorischen Stoffen.

Keine Pauschalbehandlung durchführen

Die in vielen Publikationen vorgeschlagene Reduzierung der Kohlenhydrataufnahme im Erkrankungsfall kann zumindest bei bestimmten Krankheitsbildern ein für Ihr Tier sogar schädlicher Hinweis sein. Da das tumorös veränderte oder sekundär von der Erkrankung betroffene Organ auf die Unterstützung durch leicht zu verstoffwechselndes Futter angewiesen ist (z.B. bei einer Lebererkrankung), bleibt es bei dem wichtigen Hinweis, auf jeden Fall ein auf das erkrankte Organsystem ausgerichtetes Futter zu nutzen oder Ihr Tier darauf umzustellen.
Von der Verfütterung von Rohfleisch bzw. Rohrationen beim tumorerkrankten Tier bitten wir abzusehen, da die Immunkraft des Patienten nicht zusätzlich durch ggf. im Futter enthaltene Krankheitserreger geschwächt werden sollte und deshalb besonders in dieser Krankheits-Phase eine ausgewogene Ernährung wichtig ist.

Kölle et al (2015) haben in einem aktuellen Artikel sehr ausführlich zur sogenannten BARF-Ernährung Stellung genommen. Hier wird aber nicht auf die spezielle Situation des tumorerkrankten Tieres eingegangen, aber eindeutig auf die Unterversorgungsproblematik einer BARF- Ernährung eingegangen.

Unterstützung des Immunsystems

Bewährt hat sich bei der Ernährung von tumorerkrankten Tieren der Zusatz von sogenannten Radikalenfängern. Diese Antioxidantien erfüllen wichtige Aufgaben in der körpereigenen Abwehr, aber auch z.B. bei Alterungsprozessen und in der Tumorbekämpfung. Deshalb sollten sie der Ernährung beigegeben werden. Um eine optimale Versorgung des Immunsystems leisten zu können, sollten darüber hinaus verschiedene Spurenelemente wie Zink, Selen, Kupfer und Mangan mit der Nahrung zugeführt werden.
Für Tiere ist zum Beispiel Basic von Almapharm als eine Futterzusatzmischung eingeführt, um verschiedene notwendige Antioxidantien und Spurenelemente auf angenehme Weise der Ernährung beizumischen. Sie erhalten Basic auch bei Ihrem Haustierarzt.

Das Immunsystem ist durch den Tumor geschwächt. Deswegen ist es wichtig, dass man das Immunsystem generell stärkt und aufbaut. In den folgenden Situationen ist eine Unterstützung des Immunsystems besonders dringend erforderlich:

  • Bei Tumorerkrankungen generell um die Abwehrmechanismen zu stärken.
  • Während einer Chemotherapie um das durch die Chemotherapie reduzierte Immunsystem zu unterstützen.
  • Während einer Strahlentherapie um dem Immunsystem zu helfen das zerstörte Gewebe abzubauen.
  • Während der dendritischen Zelltherapie um das Immunsystem noch stärker aufzubauen und die Arbeit der dendritischen Zellen zu verstärken.

Für die generelle Unterstützung des Immunsystems empfehlen wir die Produktreihe Umijo von Alfavet:

Weiterhin können wir das Produkt Immunactiv Balance von der Firma Vetfood empfehlen. Dieses Nahrungsergänzungsfuttermittel wurde speziell für an Tumoren erkrankten Hunde und Katzen entwickelt und enthält wichtige Inhaltsstoffe zur Stärkung des Immunsystems.

Darmgesundheit - wichtiger Baustein in der Tumorbekämpfung

Eigentlich ist es bekannt: Die Darmgesundheit ist ein wichtiger Bestandteil der Gesamtgesundheit des Körpers. Aus unterschiedlichen Gründen leiden Tumorpatienten häufig unter Störungen der Darmtätigkeit, so dass der besseren und natürlichen Regulierung der Verdauungsvorgänge hohe Bedeutung zukommt. Gründe können sein:

  • Bei Antibiotikagabe nach der OP des Tumors
  • Während oder nach einer Chemotherapie
  • Begleiterkrankungen neben dem Tumor (bspw. Entzündungen)

Grundsätzlich können Veränderungen der Verdauungstätigkeit und der Fressverhaltens einerseits Teil des Erkrankungsbildes sein andererseits Folge der Tumorbehandlung (Chemotherapie) sein.
Dass Darmgesundheit besonders auch beim tumorerkrankten Tier ein wichtiger Stabilisierungsfaktor für die Immunkraft und Gesamtgesundheit ist, stellten Sivan et. al. (2015) fest. In ihrer Untersuchung waren Bifidobakterien für eine bessere Reaktion auf die Behandlung von Tumorerkankungen wie für eine bessere Verträglichkeit der Therapie verantwortlich. Diese Probiotika genannte Produktklasse hat einen sehr positiven Einfluss auf die Darmgesundheit. Produkte die hier in Frage kommen können sind die Dia Paste PRO von Alfavet und das Intestivet Gel von Vetfood.

Von Alfavet gibt es auch Unterstützung für die Darmgesundheit in Tablettenform:

Unterstützung der Darmgesundheit bei Pferden

Für Pferde eignet sich das EquiDigest (Pulver) mit der probiotischen Lebendhefe YeaSacc und diversen pflanzlichen Inhaltstoffen wie Fenchel, Curcuma, Brombeerblätter sehr gut zur Unterstützung der Darmfunktion.

Wiederaufbau eines geschwächten Patienten

Tumorpatienten nehmen stark ab

Häufig verlaufen die Erkrankungen von Tumoren der inneren Organe mit unspezifischen Symptomen und werden dadurch relativ spät diagnostiziert. Der Patient hat zu diesem Zeitpunkt häufig schon stark abgenommen.

Tumorpatienten nach einer OP

Durch eine OP kann es auch zu einer verringerten Futteraufnahme und damit zu einem Gewichtsverlust kommen. Das ist bei Tumorpatienten besonders kritisch.

Während einer Chemotherapie

Die Nebenwirkungen der Chemotherapie (bspw. Futterverweigerung, Übelkeit) können zu massivem Gewichtsverlust führen. Bei Appetitmangel aufgrund von Übelkeit, auch im Zusammenhang mit einer Chemotherapie, kann bei Hunden Nausi Tab verwendet werden (Kautabletten mit Ingwer, Kamille und Fenchel)

Nach einer Bestrahlung

Durch die Bestrahlung (gerade im Maulbereich) kann es zu Verbrennungen kommen. Das Fressverhalten wird dann durch Schmerzen verringert, es kommt zu einem Gewichtsverlust.

ReConvales zur Unterstützung in diesen kritischen Situationen

Die Versorgung des Patienten mit ausreichend Nährstoffen ist besonders wichtig um eine Gewichtszunahme zu erreichen. So kann die Lebensqualität des Patienten wieder verbessert werden. Zum Päppeln von untergewichtigen Hunden und Katzen eignet sich zusätzlich auch die ReConvales Päppelpaste, eine leckere Lachscreme.

Radikalenfänger einsetzen

Bitte beachten Sie, daß es zusätzlich sinnvoll sein kann, sogenannte Radikalenfänger bei den Patienten einzusetzen. Dabei handelt es sich um Antioxidantien, die freie Radikale, die im Körper freigesetzt werden, neutralisieren und abbauen. Freie Radikale werden zum Beispiel nach Bestrahlung oder Tumoroperationen und -bestrahlungen freigesetzt, durch den Einsatz dieser Präparate wird das Immunsystem stimuliert und eine schnellere Regeneration erreicht.
Ein speziell für die Tiermedizin entwickeltes Präparat ist Astoral Basic der Firma Almapharm. Es ist erhältlich in 100 und 250 g Packungen. Auch für dieses Präparat können Sie Ihren Tierarzt kontaktieren. Darüber hinaus können Sie auch das Vetfood Immunactiv zur Stärkung des Immunsystems Ihres Vierbeiners verwenden.
Alle hier genannten Produkte sind für eine Dauergabe geeignet und sollten so auch genutzt werden.

Literatur: Kölle P, Schmidt M (2015) BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) als Ernährungsform bei Hunden, Tierärztl Prax; 43 (K) 409-419 Sivan A et al. (2015) Commensal Bifidobacterium promotes antitumoral immunity and facilitates anti-PD-L1 efficacy, Science 27 Nov 2015: Vol. 350 no 6264 pp. 1084-1089

Ziele und diätetische Maßnahmen

Welche Ziele Sie bei der Ernährung verfolgen sollten:

Ziel der Behandlung

Diätetische Maßnahmen

Bekämpfung von Anorexie und Kachexie (Bessere Futteraufnahme,weniger Gewichtsabnahme)

Schmackhaft und hochverdaulich (z. B. Nutrical, Reconvales fettreich da hohe Energiedichte) – also keine Low Fat Futter eiweißreich (Prophylaxe Muskelabbau da der Proteinbedarf beim Tumorpatienten um 10-15% erhöht ist).
Zusatz verzweigkettiger Aminosäuren.
Medikamentös: Übelkeit verhindern, Darmgesundheit fördern (z.B. Dia Paste PRO, Intestivet Gel), Immunsystem stärken (z.B. mit Umijo von Alfavet oder Immunactiv Balance)

Verlangsamung des Tumorwachstums

kohlenhydratarme Ernährung (z.T. nur kurzzeitige Wirkung, da sich die Tumorstammzellen auf eine geänderte Ernährung einstellen können).
Zusatz Omega-3-Fettsäuren (z.B. Fischöl, aber Achtung bei Allergien!, Omega-3 Support)
Zusatz Arginin (Stickstoffmonoxid-Produktion
Zusatz Glutamin (Immunmodulation)

Tumorvorbeugung

Zusatz von Antioxidantien, z.B. Astoral Basic der Firma Almapharm (Nicht anwenden während einer Chemotherapie oder Bestrahlung, da diese Behandlungsformen zum Teil auf der oxidativen Wirkung beruhen)

Erkranktes Organ(system)

Bei der Frage nach einer Änderung der Ernährung sollte zunächst ein Augenmerk auf das erkrankte Organ gelegt werden, um es auch durch die richtige Fütterung zu unterstützen. Ihr Tierarzt kann Ihnen aus einer großen Palette von renommierten Herstellern das für Ihr Tier geeignete schmackhafte Futter auswählen. Hier sind schon die in der Forschung ermittelten für das Organsystem notwendigen Nahrungsbestandteile berücksichtigt. Auch die Berater der Futter-Produzenten können Ihren Tierarzt bei der Auswahl unterstützen.
Sollten Sie es bevorzugen, für Ihr Tier das Futter selbst zusammenzustellen (kochen), bitten wir Sie, sich an eine speziell für Ihr Tier erstellte Futterberechnung von Fachtierärzten für Tierernährung zu halten. Im Internet finden Sie Adressen von spezialisierten Tierärzten, um dorthin Kontakt aufzunehmen und Rat einzuholen. Bitte denken Sie daran, den genauen Krankheitszustand (erkranktes Organ) zu schildern und beachten Sie die Fütterungs- und Rationsempfehlungen genau!

Wichtig ist es das aktuelle Gewicht des Tieres, die Erkrankung (das erkrankte Organ) sowie die Futterbestandteile (Name des Futters und/oder der einzelnen Futterkomponenten in täglich gefütterten Gramm) aufgeführt zu bekommen. Dann kann eine genaue Analyse für den speziellen Erkrankungsfall erfolgen.

Ernährung bei einem Lebertumor oder Metastasen in der Leber

Bei einem Tumor in der Leber oder Metastasen in der Leber sollte die Leberfunktion durch Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel gefördert werden. Die nicht vom Tumor betroffenen Leberzellen können dann die Arbeit der ausgefallenen zerstörten Leberzellen zumindest zum Teil kompensieren. Die folgenden Produkte können zur Unterstützung der Leberfunktion gefüttert werden. Diese Produkte eignen sich auch für Patienten, bei denen die Leber aufgrund von Medikamentengaben sehr belastet ist bzw. die Leberenzyme erhöht sind.

Unterstützung bei Nierentumoren

Zur Unterstützung der Nierenfunktion kann Nephrostat eingesetzt werden. Nephrostat unterstützt auf pflanzlicher Basis die Nierenfunktion. Die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA haben durch einen entzündungshemmenden Effekt einen positiven Einfluss auf die Niere. Zusätzlich kann auch das DuOmega mit einer hohen Konzentration an Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA gefüttert werden:

Unterstützung bei Schmerzen und Entzündungsprozessen

Häufig ist die Tumorerkrankung nicht nur von einer Gewichtsabnahme, sondern auch von einem Schmerzgeschehen und Entzündungsprozessen begleitet. Neben DolorHorse für Pferde gibt es CaniGum Dolor für Hunde als weiche Kaudrops mit Boswellia-, Weidenrinden-, Teufelskrallen- und Curcumaextrakt sowie Omega-3-Fettsäuren. Für Katzen, die Pflanzenextrakte in zu hohen Konzentrationen nicht gut vertragen, gibt es mit FeliGum Gingiva ein speziell auf Katzen abgestimmtes Produkt als weiche Kaudrops mit Weidenrindenextrakt und Omega-3-Fettsäuren.

Essentielle Fettsäuren gibt es mit unterschiedlichen Fettsäuremustern. Da die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA die stärksten entzündungshemmenden Effekte haben, empfielt sich hier DuOmega 500 mg und DuOmega 1000 mg als Kapseln mit sehr hoher Konzentration an EPA und DHA.