Ernährung des krebskranken Tieres

Uns erreichen viele Anfragen zum Thema Ernährung und Zusammensetzung des Futters bei an Tumor erkrankten Tieren. Eine Tumorerkrankung zerrt an den Reserven des (Tier-)Körpers, deshalb ist eine Beschäftigung mit dem Thema Ernährung äußerst wichtig im Gesundungsprozess.
Im Folgenden möchten wir Ihnen dazu kurz einige Hinweise geben, die Sie mit Ihrem behandelnden Haustierarzt besprechen sollten. Außerdem zeigen wir Ihnen wichtige Informationen zu dem Darm der Tiere auf, da dieser bei der Gesundheit eine wichtige Rolle spielt.

  • Erkranktes Organ(system)
  • Keine Pauschalbehandlung durchführen
  • Unterstützende Ernährungsbestandteile
  • Darmgesundheit - wichtiger Baustein in der Tumorbekämpfung
  • Radikalenfänger einsetzen

Erkranktes Organ(system)

Bei der Frage nach einer Änderung der Ernährung sollte zunächst ein Augenmerk auf das erkrankte Organ gelegt werden, um es auch durch die richtige Fütterung zu unterstützen. Ihr Tierarzt kann Ihnen aus einer großen Palette von renommierten Herstellern das für Ihr Tier geeignete schmackhafte Futter auswählen. Hier sind schon die in der Forschung ermittelten für das Organsystem notwendigen Nahrungsbestandteile berücksichtigt. Auch die Berater der Futter-Produzenten können Ihren Tierarzt bei der Auswahl unterstützen.
Sollten Sie es bevorzugen, für Ihr Tier das Futter selbst zusammenzustellen (kochen), bitten wir Sie, sich an eine speziell für Ihr Tier erstellte Futterberechnung von Fachtierärzten für Tierernährung zu halten. Im Internet finden Sie Adressen von spezialisierten Tierärzten, um dorthin Kontakt aufzunehmen und Rat einzuholen. Bitte denken Sie daran, den genauen Krankheitszustand (erkranktes Organ) zu schildern und beachten Sie die Fütterungs- und Rationsempfehlungen genau!

Gerne können Sie über die Kontakt-eMail Adresse info@petbiocell.de eine Analyse der Fütterung Ihres Tieres anfordern.

Wichtig ist es das aktuelle Gewicht des Tieres, die Erkrankung (das erkrankte Organ) sowie die Futterbestandteile (Name des Futters und/oder der einzelnen Futterkomponenten in täglich gefütterten Gramm) aufgeführt zu bekommen. Dann kann eine genaue Analyse für den speziellen Erkrankungsfall erfolgen.

Keine Pauschalbehandlung durchführen

Die in vielen Publikationen vorgeschlagene Reduzierung der Kohlenhydrataufnahme im Erkrankungsfall kann zumindest bei bestimmten Krankheitsbildern ein für Ihr Tier sogar schädlicher Hinweis sein. Da das tumorös veränderte oder sekundär von der Erkrankung betroffene Organ auf die Unterstützung durch leicht zu verstoffwechselndes Futter angewiesen ist (z.B. bei einer Lebererkrankung), bleibt es bei dem wichtigen Hinweis, auf jeden Fall ein auf das erkrankte Organsystem ausgerichtetes Futter zu nutzen oder Ihr Tier darauf umzustellen.
Von der Verfütterung von Rohfleisch bzw. Rohrationen beim tumorerkrankten Tier bitten wir abzusehen, da die Immunkraft des Patienten nicht zusätzlich durch ggf. im Futter enthaltene Krankheitserreger geschwächt werden sollte und deshalb besonders in dieser Krankheits-Phase eine ausgewogene Ernährung wichtig ist.

Kölle et al (2015) haben in einem aktuellen Artikel sehr ausführlich zur sogenannten BARF-Ernährung Stellung genommen. Hier wird aber nicht auf die spezielle Situation des tumorerkrankten Tieres eingegangen, aber eindeutig auf die Unterversorgungsproblematik einer BARF- Ernährung eingegangen.

In unserem Beraterstamm findet sich auch Frau Dr. Kathrin Irgang, eine Ernährungsexpertin für Tiere wieder. Sie ist spezialisiert auf die individuelle Zusammenstellung der richtigen Ernährungsbestandteile für Hunde, Katzen und Pferde.

Unterstützende Ernährungsbestandteile

Bewährt hat sich bei der Ernährung von tumorerkrankten Tieren der Zusatz von sogenannten Radikalenfängern. Diese Antioxidantien erfüllen wichtige Aufgaben in der körpereigenen Abwehr, aber auch z.B. bei Alterungsprozessen und in der Tumorbekämpfung. Deshalb sollten sie der Ernährung beigegeben werden. Um eine optimale Versorgung des Immunsystems leisten zu können, sollten darüber hinaus verschiedene Spurenelemente wie Zink, Selen, Kupfer und Mangan mit der Nahrung zugeführt werden.
Für Tiere ist zum Beispiel Basic von Almapharm als eine Futterzusatzmischung eingeführt, um verschiedene notwendige Antioxidantien und Spurenelemente auf angenehme Weise der Ernährung beizumischen. Sie erhalten Basic auch bei Ihrem Haustierarzt.
Weiterhin können wir das Produkt Immunactiv Balance von der Firma Vetfood empfehlen. Dieses Nahrungsergänzungsfuttermittel wurde speziell für an Tumoren erkrankten Hunde und Katzen entwickelt und enthält wichtige Inhaltsstoffe zur Stärkung des Immunsystems.

Darmgesundheit - wichtiger Baustein in der Tumorbekämpfung

Eigentlich ist es landläufig bekannt: Die Darmgesundheit ist ein wichtiger Bestandteil der Gesamtgesundheit des Körpers. Häufig leiden Tumorpatienten unter Störungen der Darmtätigkeit, so dass der besseren und natürlichen Regulierung der Verdauungsvorgänge hohe Bedeutung zukommt.
Grundsätzlich können Veränderungen der Verdauungstätigkeit und der Fressverhaltens einerseits Teil des Erkrankungsbildes sein andererseits Folge der Tumorbehandlung (Chemotherapie) sein.
Dass Darmgesundheit besonders auch beim tumorerkrankten Tier ein wichtiger Stabilisierungsfaktor für die Immunkraft und Gesamtgesundheit ist, stellten Sivan et. al. (2015) fest. In ihrer Untersuchung waren Bifidobakterien für eine bessere Reaktion auf die Behandlung von Tumorerkankungen wie für eine bessere Verträglichkeit der Therapie verantwortlich. Diese Probiotika genannte Produktklasse hat einen sehr positiven Einfluss auf die Darmgesundheit. Ein Beispielprodukt ist das Intestivet Gel welches Sie online oder ebenfalls bei Ihrem Tierarzt erwerben können.
Eine neu Formulierung von Probiotika für Hund und Katze ist Intestivet. Auch dieses Produkt erhalten Sie bei Ihrem Haustierarzt oder bei FeedMyAnimal.

Radikalenfänger einsetzen

Bitte beachten Sie, daß es zusätzlich sinnvoll sein kann, sogenannte Radikalenfänger bei den Patienten einzusetzen. Dabei handelt es sich um Antioxidantien, die freie Radikale, die im Körper freigesetzt werden, neutralisieren und abbauen. Freie Radikale werden zum Beispiel nach Bestrahlung oder Tumoroperationen und -bestrahlungen freigesetzt, durch den Einsatz dieser Präparate wird das Immunsystem stimuliert und eine schnellere Regeneration erreicht.
Ein speziell für die Tiermedizin entwickeltes Präparat ist Astoral Basic der Firma Almapharm. Es ist erhältlich in 100 und 250 g Packungen. Auch für dieses Präparat können Sie Ihren Tierarzt kontaktieren. Darüber hinaus können Sie auch das Vetfood Immunactiv zur Stärkung des Immunsystems Ihres Vierbeiners verwenden.
Alle hier genannten Produkte sind für eine Dauergabe geeignet und sollten so auch genutzt werden.

Literatur: Kölle P, Schmidt M (2015) BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) als Ernährungsform bei Hunden, Tierärztl Prax; 43 (K) 409-419 Sivan A et al. (2015) Commensal Bifidobacterium promotes antitumoral immunity and facilitates anti-PD-L1 efficacy, Science 27 Nov 2015: Vol. 350 no 6264 pp. 1084-1089

Produktübersicht

alfavet ReConvales Tonicum für Katzen 45 ml
https://www.feedmyanimal.de/alfavet-reconvales-tonicum-fur-katzen-45-ml.html
Ergänzungsfuttermittel für Katzen zur Stimulierung der Nahrungsaufnahme und Unterstützung der Genesung

Astoral Basic von Almapharm
www.feedmyanimal.de/almapharm-astoral-basic-fur-krebspatienten-100-g-und-250-g.html
Ergänzungsfuttermittel für Hunde und Katzen zur Stärkung des Immunsystems.

Immunactiv balance Kapseln zur Immunsystem-Stärkung von Vetfood
https://www.feedmyanimal.de/vetfood-immunactiv-balance-kapseln.html
Wird häufig bei onkologischen Erkrankungen gegeben.

Intestivet Gel 15ml für Hunde, Katzen und Heimtiere von Vetfood
https://www.feedmyanimal.de/vetfood-intestivet-gel.html
Ergänzungsfuttermittel für Hunde, Katzen und Heimtiere bei Darmproblemen und zur Verbesserung des Magen-Darm-Traktes.

Weihrauch

Das Boswellia Weihrauch soll eine gute entzündungshemmende Wirkung haben. https://dreikraut.de/Weihrauch-Extrakt-400mg-140-Kapseln

Weihrauch wurde schon bei unterschiedlichen onkologischen Indikationen eingesetzt. Im Humanbereich gilt die "Fütterungsempfehlung" von 1600mg/Tag (4 Tabletten) ab der eine entzündungshemmende Wirkung eintreten soll. Bei Onkologiepatienten kann auch die 4-fache Dosis (6400mg/Tag, 16 Tabletten) gegeben werden. Eine toxische (giftige) Dosis ist nicht bekannt.