Komplikationen bei der chemotherapeutischen Behandlung von Lymphomen im Darm bei Katzen

Die Perforation der Darmwand ist eine bekannte Komplikation nach der Chemotherapie beim Menschen. Eine Arbeitsgruppe des Veterinary College der Western University of Health Sciences in Pomona/Kalifornien hat diese Problematik bei Katzen mit einem Lymphom die Chemotherapie bekommen haben untersucht.

Sie fanden bei insgesamt 23 in die Untersuchung einbezogenen Katzen, die an einem Lymphom des Darmes (gastrointestinales Lymphom) erkrankt waren und einer Chemotherapie unterzogen wurden, bei 4 Katzen eine Darmperforation an der Stelle der tumorösen Veränderung innerhalb eines Zeitraumes zwischen 23 und 87 Tagen nach Behandlungsbeginn. Die Komplikation wurde im Zusammenhang mit einem Therapiewechsel gefunden, wenn es zum Start eines anderen Behandlungsprotokolls kam. Insofern ist besonders zu diesem Zeitpunkt sicher besondere Sorgfalt und Beobachtung notwendig.

Dabei gab es keinen Zusammenhang zwischen der Größe des Tumors, dem Vorhandensein einer Hypoproteinämie oder einer eitrigen Entzündung des Tumorbettes. Im Nachhinein konnte festgestellt werden, dass die von einer Perforation betroffenen Katzen einen stärkeren Gewichtverlust in den ersten drei Wochen nach Behandlungsbeginn verzeichneten als die nicht von einer Darmperforation betroffenen Tiere. Inwieweit diese Tatsache zukünftig genutzt werden kann, um eine drohende Verschlechterung bei behandelten Katzen vorauszusagen, bleibt weiteren Untersuchungen vorbehalten.

Crouse et al (2018): Post-chemotherapy perforation in cats with discrete intermediate- or large-cell gastrointestinal lymphoma. J Feline Med Surg. 2018 Aug;20(8):696-703. doi: 10.1177/1098612X17723773.