Fibrosarkom bei der Katze (Fachinformation)

Injektionsassoziiertes Fibrosarkom bei Katzen

Bei Katzen entsteht ein Großteil der Fibrosarkome als Reaktion auf Injektionen. Diese injektionsassoziierten Fibrosarkome unterscheiden sich von anderen Fibrosarkomen. So kann in den Abwehrzellen, die in den Tumor einwandern, Aluminium vorkommen. Aluminium ist ein Begleitstoff vieler Impfstoffe. Heute geht man allerdings davon aus, dass durch die Gewebeverletzung bei der Injektion und die nachfolgenden örtlichen

Entzündungsreaktionen, charakterisiert durch Entzündungszellen und Wachstumsfaktoren, die als Promotoren für Tumore bekannt sind, die Entstehung von Fibrosarkomen begünstigt wird. Dadurch wird erklärt, warum auch resorbierbares Nahtmaterial und injizierte Depot-Medikamente (Depot-Antibiotika ua.) Fibrosarkome auslösen können. Die Zeit von der Injektion bis zum Auftreten des Tumors beträgt 3 bis 36 Monate und länger. Die Tumore können in jedem Lebensalter vorkommen, bevorzugt aber ab dem 8. Lebensjahr. Die Tumorhäufigkeit beträgt bei Katzen 1 zu 1000 bis 1 zu 10000. Zumindest in Deutschland ist das Fibrosarkom der häufigste Hauttumor bei Katzen.

In einer Studie wurden 92 Katzen mit vakzinassoziiertem Sarkom untersucht, sie erhielten präoperative Bestrahlung, mit oder ohne Chemotherapie. Zeit vom ersten Tag der Behandlung bis zum Auftreten eines Rezidivs, einer Metastasierung, des natürlichen Todes oder der Euthanasie wurde festgehalten. Der Median bis zu einem dieser Ereignisse betrug für alle 92 Katzen 584 Tage. Der Median bei kompletter Resektion betrug 986 Tage, bei inkompletter Resektion 292 Tage (P = 0.004). Es gab keinen direkten Zusammenhang zwischen der Gabe einer Chemotherapie bzw. der Art der Chemotherapie und der Zeit bis zum Auftreten eines der angegebenen Ereignisse. Die präoperative Bestrahlung ist eine effektive Behandlungsmethode für Katzen mit impfassoziiertem Sarkom besonders bei kompletter Exzision.

Schulze-Lammers et al. berichten, dass eine Bestrahlungstherapie mit Orthovoltage sehr gute Ergebnisse in Hinsicht auf die mittlere Überlebenszeit haben. Voraussetzung ist auch hier der frühzeitige Beginn der Bestrahlung bereits am offenen Operationsfeld.



Posttraumatische Fibrosarkome in der Katze

Neben den injektionsassoziierten Fibrosarkomen kommen auch noch posttraumatische Fibrosarkome und Fibrosarkome unbekannter Ursache vor. Diese sind aber viel seltener. Da bisher für fortgeschrittene Fibrosarkome keine zufriedenstellende Therapie existiert, stellen Prävention, Früherkennung und frühestmögliche radikale chirurgische Behandlung die wichtigsten Interventionen dar. Auch mit der Immuntherapie mit dendritischen Zellen konnten bislang sehr gute Erfahrungen beim Fibrosarkom gesammelt werden.

Behandlung von Fibrosarkomen bei der Katze mit der dendritischen Zelltherapie

Wir empfehlen, das Fibrosarkom so gut es geht chirurgisch zu entfernen und eine Gewebeprobe des Fibrosarkoms in steriler Kochsalzlösung tief gefroren aufzubewahren. Unmittelbar nach der OP sollte eine dendritische Zelltherapie angeschlossen werden um das Risiko eines Rezidivs so gering wie möglich zu halten und das Immunsystem der Katze entsprechend zu stärken. Aktuelle Untersuchungen zeigen, daß Katzen, die direkt im Anschluss an einen chirurgischen Eingriff einer immunologischen Behandlung unterzogen werden, eine sehr niedrige Rezidivierungsrate haben. Dazu wurden von uns 2015 Poster auf der ESFM-Tagung in Porto/Portugal und der VCS-Tagung in Vienna VA/USA vorgestellt: Einer dreimaligen Grundbehandlung sollten Nachbehandlungen im 4- bis 6-monatigen Abstand folgen. Wir beraten Sie gern.

Literatur:

Stephen J. Withrow, David M. Vail, Rodney L. Page: Withrow & MacEwan´s Small Animal Clinical Oncology. Fifth Edition 2013. Elsevier
Kessler M. (Hrsg.): Kleintieronkologie. Diagnose und Therapie von Tumorerkrankungen bei Hund und Katze. 3. Ausgabe 2013. Enke Verlag
Kobayashi T, Hauck ML, Dodge R, Page RL, Price GS, Williams LE, Hardie EM, Mathews KG, Thrall DE: Preoperative radiotherapy for vaccine associated sarcoma in 92 cats, Vet Radiol Ultrasound. 2002 Sep-Oct;43(5):473-9
Schulze-Lammers JL, Dickhöfer D, Adamietz I: Orthovoltagetherapie beim Fibrosarkom der Katze, Kleintiermedizin 6-2015, 269-272

 

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