Hämangiosarkom beim Hund (Fachinformation)

Das Hämangiosarkom (HSA) stellt den am häufigsten diagnostizierten Tumor der Milz dar. Etwa 43% der Milztumore werden als Hämangiosarkom diagnostiziert, der andere Teil der Tumore wird als gutartiger oder weniger bösartiger Tumor diagnostiziert.

Überlebenszeit nach einem alleinigen chirurgischen Eingriff beträgt zwischen 1 und 3 Monaten. Diese Zeit kann durch Chemotherapie auf bis zu 10 Monate gesteigert werden. Mit VDC (Vincristin-Doxorubicin-Cyclophosphamid) Protokollen liegt die Mediane Überlebenszeit bei:

Wichtig ist, eine genaue Diagnosestellung zu betreiben um bestimmen zu können, ob es bereits zu Blutungen im Bauchraum gekommen ist und ob der Tumor bereits auf andere Organe gestreut hat. Hierdurch kann sich die Prognose weiter verschlechtern.

Aktuelle Untersuchung zeigt keinen Vorteil von Chemotherapie

Eine aktuelle Veröffentlichung von Wendelburg et al. beschäftigt sich mit der Überlebenszeit von 208 Hunden mit Hämangiosarkom der Milz. Dabei wurden 154 Hunde einbezogen, die nur chirurgisch behandelt wurden sowie weitere 54, die eine palliative Chemotherapie erhielten. Statistisch signifikant war nur das behandelte klinische Stadium:

Stadium I

Hämangiosarkom nur der Milz

mittlere Überlebenszeit 5,5 Monate

Stadium II

rupturiertes Hämangiosarkom

mittlere Überlebenszeit 2 Monate

Stadium III

Hämangiosarkom mit Fernmetastasen

mittlere Überlebenszeit 0,9 Monate

Ein Überlebensvorteil einer palliativen Chemotherapie konnte bei dieser Untersuchung nicht gefunden werden.

Gardner et al. fanden in Ihrer aktuellen Veröffentlichung auch keine Verbesserung der Überlebenszeit bei den Hämangiosarkompatienten, wenn Toceranib nach einer Chemotherapie mit Doxorubicin verabreicht wurde.

Literatur dazu:
Wendelburg KM, Price LL, Burgess KE, Lyons JA, Lew FH, Berg J. Survival time of dogs with splenic hemangiosarcoma treated with spenectomy with or without adjuvant chemotherapy: 208 cases (2001-2012). J Am Vet Med Assoc 2015; 247 (4): 393-403.
Gardner HL, London CA, Portela RA et al. Maintenance therapy with toceranib following doxorubicin-based chemotherapy for canine splenic hemangiosarcoma. BMC Vet res. 2015 Jun 11;11:131



Behandlung des Hämangiosarkoms beim Hund mit der dendritischen Zelltherapie

Die dendritische Zelltherapie kann bei einem Hämangiosarkom helfen, die Überlebenszeit zu verlängern. Eine erste Untersuchung mit 7 behandelten Patienten hat ergeben, dass die mittlere Überlebenszeit für Patienten mit mindestens drei Vakzinierungen im Abstand von vier Wochen 611 Tage oder 20 Monate beträgt. Die Überlebenswahrscheinlichkeit sinkt nach 63 Tagen auf 85%, nach 190 Tagen auf 71% und nach 733 Tagen auf 57%. Viele Patienten haben über die dreimalige Vakzinierung zu Beginn der Therapie in regelmäßigen Abständen (alle 3 oder 6 Monate) weitere Vakzinierungen bekommen.

Bei einer aktuellen Auswertung der mit dendritischen Zellvakzinen in den Jahren 2010 bis 2015 behandelten Hunde mit Hämangiosarkomen der Milz der Stadien II und III wurden folgende Daten ermittelt: Es wurde eine mittlere Überlebenszeit von 701 Tagen, mit einem medianen Überleben (die Hälfte der Hunde lebte noch) von 458 Tagen erzielt.

Es stellte sich wiederum heraus, daß die immunologische Behandlung sofort nach der Milzentfernung beginnen sollte. Die Schritte sind: Histologische Diagnose und dann sofort mit einer immunolgosichen Behandlung beginnen.

Quelle: Dr. Thomas Grammel (2016) A pilot, uncontrolled study of postsurgical treatment with autologous dendritic cell-based immunologic therapy in 10 dogs with splenic hemangiosarcoma, 3rd World Veterinary Conference, Foz do Iguassu/Brazil, May 25-29, 2015

Hämangiosarkom und maligne Prozesse des Herzens und Herzbeutels

Auch die Behandlung von malignen Prozessen am Herzen und Herzbeutel (Beispiele: Chemom, Hämangiosarkom u.a.) zeigt unter der immunologischen Behandlung eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und der Überlebensdauer.

Die Tiere erhalten die üblichen bei einer Herztamponade üblichen Behandlungsschritte (Punktion und Entleerung der Flüssigkeit sowie herzunterstützende Medikation). Dazu wird eine Behandlungsserie mit ungeprimten dendritischen Zellen (also ohne Tumormaterial) empfohlen.

Kontaktieren Sie uns

Bitte kontaktieren Sie uns einfach über das Formular: