Behandlung Lymphom und FeLV bei der Katze

Die Autoren berichten über die Behandlung eines 2 Jahre alten kastrierten Katers, der sowohl an einer FeLV (Feline Leukose Virus)-Infektion litt. Zusätzlich zeigte das Tier aber auch ein großzelliges Lymphom des Darmes  und Veränderungen in der linken Niere und der Milz. Es handelte sich dabei um ein high-grade Lymphom.

Zwei schwerwiegende Befunde

Durch die Untersuchungen wurden bei der  Katze also zwei gleichzeitig bestehende schwerwiegende Befunde ermittelt, die zusammen einer Therapie unterzogen werden mussten.

Die Tierärzte setzten zur Behandlung des Lymphoms ein modifiziertes COP-Protokoll ein. Dies besteht aus einer Kombination von Vincristin, Cyclophosphamid und Prednisolon. Diese Kombination wurde, anders als heute üblich nur über einen kurzen Zeitabschnitt,  über einen langen Zeitraum ausgeführt. Es kam schnell zu einer Remission des Lymphoms. Nach einem Jahr wurde die intravenöse Gabe von Vincristin beendet. Drei Jahre nach Behandlungsbeginn wurden das Chemotherapieprotokoll insgesamt beendet.

Gleichzeitig mit der Chemotherapie wurde eine antivirale Therapie mit Raltegravir begonnen, um die FeLV-Infektion zu unterdrücken. Dieser Wirkstoff wird der Katze auch nach dem Ende der Chemotherapie dauerhaft verabreicht. Raltegravir zeigte bei der Behandlung eine gute Verträglichkeit ohne unerwünschte Nebenwirkungen bei dem Tier.

Durch das Zusammenspiel von Chemotherapie und Anti-Virus-Medikation konnte die Doppelinfektion der Katze unter Kontrolle gebracht werden und ein langes Überleben erreicht werden.

Quelle: Lahnstein K, Pippig J, Pack A, Rieger M (2018); Multimodale Therapie einer Katze mit FeLV-Infektion und Lymphom, Kleintierpraxis 63, Heft 11|2018 , Seite 652-660